"Das wird Karma für mich erledigen" ...

ist oft die Aussage, wenn man jemandem auf eine schlechte Tat hin wünscht, dass sich diese rächt. Selbst möchte man natürlich nichts unternehmen, denn dann wäre man doch moralisch auch nicht auf höchster Stufe. Auch ist zu bedenken, dass eine Selbstjustiz nicht das ist, was man ausüben sollte.

Ein vorteilhafter, ursprünglich indischer Glaube an das Karma, dem Prinzip von Ursache und Wirkung, wird hier zu einem Rachegedanken, den man nicht selbst erfüllen muss. Doch wer erfüllt diesen? Ist es wirklich Zufall, dass einem automatisch irgendwann eine Rechnung für ein Handeln präsentiert wird?

Wahrscheinlicher für eine Karma-Wirkung ist eher, dass sich die Person, von der weniger gute Taten ausgingen, sich auch weiterhin unmoralisch verhält und sich ein anderer Mensch, der nichts davon hält auf andere zu warten, diesem selbst eine Gegenhandlung präsentiert. So ist das bei uns verwendete "Karma" eher eine Abkürzung für die geheim erhoffte Frage:

Kann ein Anderer Rache für Mich Ausüben

Leider bedenkt man aber kaum, dass auch dieser Gedanke das eigene Karma verschlechtert.